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"Dieser Fundus wurde für Fernsehproduktionen zusammengetragen", weiß Rainer Henkel, der schon damals hier arbeitete. Eine Uniform des Hauptmanns von Köpenick steht vor den dicht behängten Kleiderstangen. Bei den jährlichen Festivitäten Köpenicks trägt seine Garde Uniformen aus diesem Fundus. "Hier findet man Roben aus allen kulturellen historischen Epochen", freut sich Nadja L. (19) aus Treptow, die ein Praktikum absolviert, ehe sie das Studium als Kostümbildnerin beginnt. "Wo sonst könnte ich so viele historische Kostüme in die Hand bekommen und ihre Machart erfühlen ?" |
35.000 Stücke umfaßt der Kostümfundus. Dazu Hüte, Perücken, Bärte und andere Details. "Besonders gefragt von Filmgesellschaften ist bei uns zur Zeit Garderobe aus der DDR." Henkel weist auf diverse Anzüge aus "Präsent 20": "Kaum jemand aus den alten Bundesländern kennt dieses 100prozentig synthetische Material." Dann greift er fast zärtlich zu einem zweiteiligen roten Kleid und erklärt: "Das hat Helga Hahnemann in einer Fernsehproduktion getragen." |
Neben allen Film- und Fernsehproduktions-Firmen aus Berlin leihen sich in Adlershof regelmäßig auch Privat- und Offtheater Kostüme aus. "Für die Kleinen machen wir auch kleine Preise", verrät Henkel. Und keine müde Mark wurde von einer Theaterproduktion arbeitsloser Schauspieler in Berlin verlangt. |
Gitta Krickow, Berliner Morgenpost vom 08.11.1998
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